Heidebeet anlegen

Wie lege ich ein Heidebeet an?

Eine typische Heidelandschaft Deutschlands, die Lüneburger Heide rund um den Wilseder Berg

Heidelandschaften zeichnen sich vor allem durch ihre Kargheit und Weite aus. Auf dem nährstoffarmen Boden wachsen nur wenige Pflanzen, vor allem die Heidekrautgewächse (Ericaceen) und Ginster. Die Weite und Einförmigkeit wirkt beruhigend und harmonisch. Um diese Wirkung auch im eigenen Garten zu erzielen, sollet das Heidebeet eine gewisse Größe haben, optimal wäre eine Fläche von etwa 100m2. Heidepflanzen sind in der Regel niedrige Zwergsträucher, die sich allmählich in der Fläche ausbreiten. Dazu muss man ihnen den nötigen Raum lassen.

Als typische Heidelandschaft Deutschlands gilt die Lüneburger Heide. Aber es gibt auch ganz andere Heidelandschaften, im Gebirge zum Beispiel oder solche mit einem Übergang zum Moor oder die feucht-nebeligen atlantischen Heiden an den Westküsten Europas.
Bei der Auswahl der Pflanzen sollte man sich auf einige typische, pflegeleichte Ericaceen beschränken. Anspruchsvollere Arten aus dem Mittelmeergebiet, den Hochgebirgen oder gar aus exotischen Gefilden, sollte man lieber in separaten Beeten oder Kübeln pflanzen.

Das typische Heidebeet sollte frei liegen und Sonne und Wind ausgesetzt sein. Die Fläche kann man durch kleine Hügel, große Findlinge, Kiefern, irischen Wachholder, Birken oder Ginsterbüsche im Hintergrund räumlich auflockern, dass man dabei eine gewisse Tiefenwirkung erzielt. Optimal ist ein sandiger, karger Boden. Einige Heidekrautgewächse sind kalktolerant, andere wachsen nur auf einem kalkfreien, leicht sauren Boden. Darauf sollte man bei der Bodenbeschaffenheit und der Auswahl der Pflanzen achten. Um die heidefläche begehbar zu machen und zum Pflanzen, Schneiden und pflegen die Pflanzenpolster zu erreichen, sollet man ein oder zwei Sandwege anlegen. Damit kein Unkraut aufkommt, deckt man die Sandflächen mit Rindenmulch ab. Das Gleiche gilt auch für die Freiflächen zwischen noch kleinen Jungpflanzen im frisch angelegten Heidebeet. Man sollte immer auf den Wegen bleiben und die Freiflächen zwischen den Pflanzen nicht betreten. Denn die Bodenverdichtung durch die Trittbelastung geht zu Lasten des Pflanzenwachstums.

Die beiden für Deutschland typischen Heidepflanzen, die ->Sommer– oder Besenheide Calluna vulgaris und die ->Winterheide Erica carnea sollten in keinem Heidebeet fehlen. Sie ergänzen sich, weil sie unterschiedlich aussehen und auch zu verschiedenen Zeiten blühen. Beide brauchen eine sonnigen Stanort mit einem trockenen, gut wasserdurchlässigen, aber rohhumus-reichen Boden.  Calluna vulgaris wächst am besten auf einem sandigen oder moorigen, leicht feuchten und kalkarmen Boden. Sie lässt sich daher sowohl mit Pflanzenarten kombinieren, die einen sandigen, trockenen Boden benötigen wie Ginster, Thymian, Schwingel und andere Grasarten. Man kann sie aber auch mit typischen Moorpflanzen wie Rhododendren, Azaleen und Heidelbeeren vergesellschaften. Den Sandboden sollet man daher mit ungedüngtem Torf, etwas Hornspäne und Knochenmehl als Langzeitdünger mischen. Auf einem staunassen, lehmigen Boden wird Calluna vulgaris allerdings schnell verkümmern.

Die Winterheide Erica carnea hat ähnliche Ansprüche, stammt aber ursprünglich aus den Kalkalpen. Daher ist sie kalktolerant und wächst deshalb auch in etwas bindigeren, lehmig-sandigen Böden zwischen Steinen oder Geröllschutt. Will man sie mit Calluna vulgaris und den genannten Moorbeetpflanzen vergesellschaften, dann muss der Boden allerdings absolut kalkfrei sein.

Beste Pflanzzeit für beide Artn ist der hebrsbst. Am Anfang sollte man die Ericaceen relativ dicht pflanzen (bis zu 10 Exemplare pro m2, damit die offenen Flächen schnell zuwachsen und kein Unkraut hochkommt.

Damit Abwechslung in das Heidebeet kommt, die Pflanzen nach ihrer Wuchshöhe räumlich gestaffelt werden und zu jeder Jahreszeit etwas blüht, kann man die Ericaceen mit anderen Stauden und Sträuchern vergesellschaften.

Als Begleitpflanzen für die Sommerheide Calluna vulgaris kommen vor allem folgende Arten infrage (Die Jahreszeiten, in denen sie blühen sind mit F= Frühling, S = Sommer und H = Herbst markiert):

a)    Im Vordergrund (bis zu 10cm hoch):
Thymian Thymus serpyllum F
Frühlingsfingerkraut Potentilla verna F
Katzenpfötchen Antennaria dioica S
Habichtskraut Hieracium rubrum S
Besenheide Calluna vulgaris Mullion S

b)    Im Mittelgrund (bis zu 50cm hoch):
Behaarter Ginster Genista pilosa S
Grasnleke Armeria maritima S
Calluna vulgaris Foxii (15cm hoch) H
Calluna vulgaris Country Wicklow (25cm hoch) H
Calluna vulgaris Alportii H (50cm hoch) H
Kriechwachholder Juniperus communis Sorte Repanda (40cm hoch)

c)    Im Hintergrund (50 bis 180cm hoch):
Zwergkiefer Pinus mugo pumilio (60 -70cm hoch)
Färberginster Genista tinctoria (80cm hoch) S
Rhododendron Lavendula (80cm hoch) F
Rhododendron praecox (120cm hoch) F
Säulenwachholder Juniperus communis Suecica (180cm hoch)

Begleitpflanzen für die Winterheide Erica carnea:

a)    Im Vordergrund (bis zu 20cm hoch):
Blaustern Scilla sibirica F
Erica carneea Atroruba und Ruby Glow F
Bergsegge Carex montanus H

b)    Für den Mittelgrund (bis 60cm hoch):
Fuchsie Fuchsia magellanica (60cm hoch) S
Scheinspiere Filipendula hexapetala (25cm hoch) S
Erica carnea Winterbeauty, Vivellii und Snow Queen H-W
Kissenaster Aster dumosus (40cm hoch) H-W

c)    Für den Hintergrund (60 bis 150cm hoch):
Azalea Corneille (120cm hoch) F
Pontische Alpenrose Rhodoendon luteum (150cm hoch) F
Pfirsichblättrige Glockenblume Campanula persicifolia (70cm hoch) S
Mädchenkiefer Pinus parviflora (150cm hoch)

Für Erica carnea, die Winter- oder Schneeheide, typisches Pflanzenpolster